Chapter (one of 48 about heroes of the anti-Hitler Plot who were sent to Sachsenhausen)
about von Koerber, in Verschwörer im KZ. Hans von Dohnanyi und die Häftlinge des
20. Juli 1944 im KZ Sachsenhausen (1999), edited by Dr. Winfried Meyer of the Gedenkstaette und Museum Sachsenhausen:
Adolf-Victor Nordewin Friedrich Wilhelm von Koerber wurde am 27. Februar 1891 als jüngerer
von zwei Söhnen des damaligen Landrates von Rügen , Victor von Koerber und seiner
Frau Ida in Bergen auf Rügen geboren. Nachdem der Vater , promovierter Jurist und
Veteran des deutschfranzösischen Krieges von 1870 / 71 , 1897 als Oberregierungsrat
in die Provinzregierung berufen worden war , siedelte die Familie nach Stettin über , wo
Adolf-Victor von Koerber das humanistische Wilhelm-Gymnasium besuchte.
1903 trat er in das Kadettenkorps in Potsdam ein und legte im Frühjahr 1908 an der
Hauptkadettenanstalt in Lichterfelde das Fähnrichexamen ab. Nach einem halbjährigen
Aufenthalt auf verschiedenen Rittergütern trat er im Oktober 1908 in das magdeburgische
Husarenregiment Nr. 10 in Stendal ein , wurde von dort auf die Kriegsschule in Danzig
abkommandiert und schliesslich zum Leib-Husarenregiment "Königin V i ctoria von Preussen"
Nr. 2 in Danzig-Langenfuhr versetzt, wo er im Juni 1910 sein Offizierspatent erhielt. Zwei
Jahre später wurde er wegen eines Herzleidens für feld- und garnisonsdienstuntauglich
befunden und mit der gesetzlichen Pension aus der Armee entlassen .
Nach ausgedehnten Reisen durch Deutschland, in die Schweiz sowie nach Skandinavien,
den Niederlanden und Italien liess Koerber sich in Berlin-Johannisthal nieder , um
sich praktisch und journalistisch mit der Militärfliegerei zu befassen. Bei Ausbruch
des Ersten Weltkrieges meldete er sich freiwil l ig, wurde der Inspektion der Fliegertruppen
zugeteilt und war an der Aufstellung und Führung von Feldfliegerabteilungen in Flandern
beteiligt. 1916 heiratete er die aus Dresden stammende Yvonne Felicitas Ausfeld.
Nachdem er nach längerem Aufenthalt im Garnisonslazarett Danzig wegen seines wieder
aufgetretenen Herzleidens im April 1917 i m Range eines Rittmeisters aus dem Militärdienst
entlassen worden war, beteiligte er sich bis zum Ende des Krieges mit Artikeln und
Broschüren an der propagandistischen Selbstdarstellung der Fliegertruppen der kaiserlichen
Armee.
Das Erlebnis von Novemberrevolution und Spartakus-Aufstand in Berlin und der Münchener
Räterepublik liessen in Koerber die Angst vor dem Bolschewismus und den praktizierten
Antikommunismus zu den bestimmenden Faktoren seines politischen Handelns für den
Rest seines Lebens werden. Er schloss sich der Brigade Erhardt an und beteiligte
sich als Presse- und Propagandaoffizier dieses Freikorps 1920 an der Bekämpfung
kommunistischer Aufstände und am Kapp-Putsch. Nach dessen Niederschlagung
betätigte er sich als Freier Schriftsteller und Journalist fur völkische Publikationen und
engagierte sich im deutschnationalen Frontsoldatenbund "Stahlhelm".
Als der sich Mitte November 1922 als Korrespondent rechtsgerichteter finnischer Zeitungen
in München aufhielt, fand er durch Vermittlung des von ihm verehrten ehemaligen
Generalquartiermachers der kaiserlichen Armee Erich Ludendorff Anschluss an die
nationalsozialistische Bewegung. Für diese reiste er zunachst als Kurier mehrmals
nach Osterreich, um von dort Geldmittel für das Parteiorgan "Völkischer Beobachter"
zu beschaffen.
Weil er schon in den gegen die französische Besatzung des Rheinlandes und
insbesondere die Präsenz von Soldaten afrikanischer Herkunft gerichteten Hetzschriften
"Feinde im Land" und "Bestien im Land" von 1923 Hitler verherrlicht hatte, wurde er noch
im gleichen Jahr mit der Herausgabe eines kurzen Lebensabrisses und der Reden Hitlers
beauftragt. Noch stärker als in den vorangegangenen Buchern Koerbers trat in dem von
ihm herausgegebenen Band "Adolf Hitler. Sein Leben, seine Reden" eine geradezu
manische Judenfeindschaft hervor, die sich in widerlich schwülstigen und vulgären
Formulierungen Ausdruck schaffte. Weil daneben auch führende Politiker der Weimarer
Republik verunglimpft wurden, wurde die Restauflage des schon in 70000 Exemplaren
verkauften Buches auf Anordnung des Staatsgerichtshofes zum Schutze der Republik
eingestampft.
Ermittlungen gegen Hitler, Koerber als Herausgeber, den Verleger und den
Gestalter der Titelgraphik wurden wegen fehlenden subjektiven Tatbestandes aber schliess-
lich eingestellt. Nach dem auf Hitlers Putsch versuch in München am 9. November 1923
erfolgten Verbot der NSDAP flüchtete Koerber Anfang 1924 für ein halbes Jahr nach
Italien, um sich einem Ermittlungsverfahren wegen Fortsetzung der verbotenen NSDAP
zu entziehen, und liess sich dann zunächst in Binz auf Rügen nieder, bevor er nach Berlin
zurückkehrte.
Unter dem Einfluss seines ehemaligen Kameraden an der Kriegsakademie Arthur Maraun,
des Grunders des Jungdeutschen Ordens, ging Koerber zunehmend auf Distanz
zu Hitler und dessen Bewegung und engagierte sich fur die vom Jungdeutschen Orden
propagierte deutsch-französische Verstandigung. Im Auftrage Marauns begab sich Koerber
1926 mehrere Monate nach Frankreich, um während dieses von ihm als "journalistischer
Patrouillenritt" bezeichneten Aufenthaltes Kontakte zu rechtsgerichteten französischen
Gruppen herzustellen und diese für eine Verständigungspolitik zu gewinnen.
Nachdem Koerber wegen politischer und finanzieller Differenzen im Herbst 1927 aus
dem Jungdeutschen Orden ausgeschlossen worden war, setzte er sein Engagement für
eine deutsch-französische Verständigung als Basis einer gemeinsamen Bekämpfung des
Bolschewismus in Zusammenarbeit mit dem Grossindustrielien Arnold Rechberg fort, mit
dem er bereits seit 1924 in Verbindung stand. Rechberg, der uber wirtschaftliche Kooperationen
wie den "Kalipakt" politische Zugeständnisse seitens der französischen Regierung
zu erreichen hoffte, vermittelte Koerber an bürgerlich-liberale leitungen wie das
"Neue Wiener Journal", in denen Koerber in den folgenden Jahren als journalistisches
Sprachrohr der Politik Rechbergs fungierte, andererseits aber auch immer schärfer
gegen Hitler und die NSDAP polemisierte. Deren Organ "VöIkischer Beobachter" wiederum
griff Koerber als abtrunnig gewordenen ersten Hitler-Biographen mehrfach
ausserordentlich scharf an und drohte ihm in der Ausgabe vom 28. Februar 1928 unverhohlen
Rache an: "Wir hoffen, dem Adolf Victor von Koerber in Zukunft noch einmal zu
begegnen. Wenn das neue Deutschland entstanden ist, dann soll er vor dem Gericht
keine Freude erleben."
Im Kreise um Rechberg lernte Koerber den ehemaligen Generalstabsoffizier Karl Mayr
kennen, der als Leiter einer Reichswehr-Aufklärungsabteilung Hitler und andere völkische
Gruppen protegiert und unterstützt, sich dann aber der SPD zugewandt und die Redaktion
der leitung des republikanischen Schutzbundes "Reichsbanner Schwarz-Rot-
Gold" übernommen hatte und wie Koerber Anhanger der deutsch-französischen Verständigung
und der Europa-Idee sowie glühender Antikommunist war. Koerber lieferte Mayr
nicht nur Informationen uber die nationalsozialistische Bewegung, sondern veröffentlichte
unter dem Pseudonym Franz Sprener selbst einige Artikel in der "Reichsbanner-leitung".
Seit 1927 schliesslich stand der zum Katholizismus konvertierte Koerber auch in Verbindung
mit dem Jesuitenpater Friedrich Muckermann in Münster, mit dem er sich in der
Ablehnung von Kommunismus und Nationalsozialismus einig war und dessen "Katholische
Korrespondenz" er mit journalistischen und' finanziellen Beitragen unterstützte. Mit
Hilfe des Herzogs Carl von Croy in Dülmen hielt Koerber den Kontakt zu Muckermann
auch noch aufrecht, nachdem dieser im Juni 1934 in die Niederlande geflohen war, um
von dort den publizistischen Kampf gegen Hitler fortzusetzen.
Koerber selbst hatte nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 zunehmend
Schwierigkeiten, die Produkte seiner journalistischen und schriftstellerischen Arbeit abzusetzen,
so dass er nur noch etwa ein Dutzend Artikel in Regionalzeitungen, Illustrierten und
Fachzeitschriften unterbringen und als einziges Buch "Das fliegende Heer" veröffentlichen
konnte, das nach etlichen Verzögerungen 1937 erschien. Nachdem Hitler schon im September
1938 dem Oberkommando der Wehrmacht hatte mitteilen lassen, dass er den Namen Koerbers
nicht mehr in einer militärischen Fachzeitschrift zu sehen wünsche, wurde Koerber wegen seiner
vor 1933 erschienenen NS-kritischen Artikel schliesslich am 28. Marz 1939 mit sofortiger Wirkung
aus der Reichsschrifttumskammer und damit von jeder weiteren Tatigkeit als Schriftsteller
und Journalist ausgeschlossen.
Als Reserveoffizier war Koerber schon am 26. August 1939 einberufen und der dem Amt AuslandAbwehr
im Oberkommando der Wehrmacht unterstehenden Berliner Auslandsbriefprüfstelle zugeteilt worden, an
deren Aufbau und Leitung er beteiligt war, bis Anfang Oktober 1939 seine Mobilmachungsorder
aufgehoben und seine Diensttätigkeit mit Wirkung vom 21. November 1939 beendet wurde. Auf Koerbers
Protest gegen die Ausschliessung aus der Wehrmacht teilte der Leiter der NSDAP-Parteikanzlei Martin
Bormann der Reichskanzlei am 15. November 1939 mit, "dass der Führer selbst den Victor von Koerber
in eine Reihe mit dem Kapitänleutnant a.D. van Mücke stell!" und der Schriftsteller von Koerber "daher
von uns restlos abzulehnen" sei. Um sich der Aufmerksamkeit von Partei und Gestapo zu entziehen,
siedelte Koerber Ende 1939 von Berlin nach Binz auf Rügen um, von wo er in den folgenden Jahren seine
Kontakte zu Kritikern und Gegnern des NS-Regimes pflegte.
Auf der Grundlage seiner intensiven Gesprächskontate zu Regimekritikern vor allem in der
Wehrmacht versuchte Koerber mehrfach auf eigene Faust, der auf den Krieg ausgerichteten
Politik des NS-Regimes entgegenzuwirken, indem er die Westmachte zu energischen
Gegenmassnahmen zu bewegen versuchte. Schon am 7. März 1936 hatte Koerber die
französische Botschaft über den unmittelbar bevoritehenden Einmarsch deutscher Truppen
in das entmilitarisierte Rheinland und über Hitlers Rückzugsbefehl für den Fall französischen
Widerstandes informiert. Während der Sudetenkrise suchte er am 6., 17. und 21. August
1938 den Militärattache an der britischen Botschaft, Mason-MacFarlane, auf und berichtete
ihm über Hitlers Entschluss zum Krieg und über die wachsende Opposition gegen dessen
Politik innerhalb der Wehrmacht, wobei er sich selbst als konsequenten Gegner des Nationolsozialismus
vorstellte, den neben der Gefahr des Krieges vor allem die Judenverfolgung und die Kirchenpolitik
des Regimes zum Handeln zwinge. Tatsachlich unterstutzten Koerber und seine Frau Yvonne einigeihrer
jüdischen Bekannten und halfen der Frau ihres jüdischen Hausarztes Erich Beer, der noch dem
Novemberpogrom 1938 in das KZ Sachsenhausen verschleppt worden war. Am 30. August 1939
schliesslich warnte Koerber Mason-MacFarlanes Nachfolger Daly vor dem deutschen berfall auf Polen,
der am Morgen des übernächsten Tages dann den Zweiten Weltkrieg eröffnete.
Als Reserveoffizier war Koerber schon am 26. August 1939 einberufen und der dem Amt Ausland/ Abwehr
im Oberkommando der Wehrmacht unterstehenden Berliner Auslandsbriefprüfstelle zugeteilt worden, an
deren Aufbau und Leitung er beteiligt war, bis Anfang Oktober 1939 seine Mobilmachungsorder
aufgehoben und seine Diensttätigkeit mit Wirkung vom 21. November 1939 beendet wurde. Auf Koerbers
Protest gegen die Ausschliessung aus der Wehrmacht teilte der Leiter der NSDAP-Parteikanzlei Martin
Bormann der Reichskanzlei am 15. November 1939 mit, "dass der Führer selbst den Victor von Koerber
in eine Reihe mit dem Kapitänleutnant a.D. van Mücke stell!" und der Schriftsteller von Koerber "daher
von uns restlos abzulehnen" sei. Um sich der Aufmerksamkeit von Partei und Gestapo zu entziehen,
siedelte Koerber Ende 1939 von Berlin nach Binz auf Rügen um, von wo er in den folgenden Jahren seine
Kontakte zu Kritikern und Gegnern des NS-Regimes pflegte.
Dort wurde Koerber am 21. Juli 1944 von der Gestapo unter der Beschuldigung staatsfeindIicher
Gesinnung und der Begunstigung französischer Kriegsgefangener verhaftet und in das Gefangnis
Stralsund eingeliefert. Wegen starker Unterernärung und durch die Gefängniskost verursachter
Darmstörungen wurde er am 27. November 1944 zur Untersuchung in die Universitätsklinik
Greifswald überstellt, wo ihn seine Frau besuchen konnte, die selbst am 8. August 1944 zu
Schanzarbeiten nach Schneidemuhl zwangsverpflichtet und nach einem Monat schwerkrank
entlassen worden war.
Obwohl er vom Leiter der Universitätsklinik für haftunfähig erklärt worden war, wurde Koerber
am 4. Januar 1945 in das KZ Sachsenhausen transportiert und dort unter der Häftlingsnummer
122133 registriert. Wegen seines schlechten Gesundheitszustandes wurde Koerber von dem
niederländischen Häftlingsschreiber Joop Zwart als Sonderhäftling eingestuft und dem
Krankenrevier zugewiesen. Dort wurde er von französischen Häftlingsarzten und katholischen
Mithäftlingen, die Koerber aus seiner Zusammenarbeit mit Friedrich Muckermann kannten, gepflegt
und versorgt. Nachdem er einigermassen wiederhergestellt war, fungierte er als Schreiber
zunachst des norwegischen Häftlingsarztes Ole Fossen und spater des niederländischen
Häftlingsarztes Joseph Herschel auf der Station R llb. Nachdem Koerber im Februar 1945 erfahren
hatte, dass sein Name auf einer liste fur eine "Sonderaktion" vorgesehener Häftlinge stand, wurde
er van Mithäftlingen unter anderem Namen und neuer Häftlingsnummer registriert und entging so
der Vernichtung. Wie die meisten Haftlingsarzte und viele Häftlingspfleger blieb Koerber bei der
Evakuierung im lager, sorgte nach dem Abzug der SS für die Registrierung der im Krankenrevier
zurückgebliebenen Häftlinge und erlebte mit diesen am 22. April 1945 die Befreiung des KZ
Sachsenhausen durch Einheiten der Roten Armee.
Gemeinsam mit dem befreundeten Carl-Hans von Hardenberg und einigen Mithäftlingen schlug
sich Koerber anschliessend quer durch die Gefechte um die belagerte Reichshauptstadt in
siebentagigem Fussmarschnach Potsdam durch. Dort wurde ihm Mitte Mai vom sowjetischen
Stadtkommandanten ein Rennpferd aus dem Reitstall des Aussenministers Joachim von
Ribbentrop uberlassen, mit dem er am 1.Juni 1945 in Binz auf Rügen intraf. Vor der
sowjetischen Besatzungsmacht flohen Koerber und seine Frau Anfang Dezember 1945 in die
Westsektoren Berlins, wo Koerber das Politikressort der Wochenschrift "Sie" übernahm. Kurz
nach Beginn der Sowjetischen Blockade Berlins 1948 wurde Koerber van den Westalliierten aus
Berlin ausgeflogen und war in den folgenden Jahren als Chefredakteur der "Europäischen
Illustrierten" und Pressechef der Marshall-Plan-Verwaltung in der französischen Besatzungszone
tatig. Von 1950 bis 1957 gehörte er dem Bundesbeirat der antikommunistischen
"Arbeitsgemeinschaft Demokratischer Kreise" in Bad Godesberg an, für die er als
Sonderbeauftragter zahlreiche Reisenin das europäische Ausland unternahm.
Nachdem ihm und seiner Frau 1957 als Entschädigung für die während der Haft erlittenen
Gesundheitsschäden Renten zugesprochen worden waren, siedelte das Ehepaar wegen des für
die labile Konstitution von Yvonne Koerber zuträglicheren Klimas nach Nizza uber, um sich nach
einem Zwischenaufenthalt in der Schweiz schliesslich endgültig in Südafrika niederzulassen.
Wenige Monate nachdem ein Gerichtsurteil die Bewilligung der Entschädigungszahlungen wegen
seiner frühen Unterstützung der NSDAP für unrechtmässig erklärt hatte, starb Adolf-Victor von
Koerber am 19. November 1969 in Johannesburg.
Literatur:
Klaus Hornung: Der Jungdeutsche Orden, Düsseldorf 1953; Klemens von Klemperer: Die
verlossenen Verschwörer. Der deutsche Widerstand auf der Suehe nach Verbündeten
1938-1945, Berlin 1994; Karl Rohe: Dos Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Ein Beitrag zur
Geschichte und Struktur der politischen Kampfverbande zur Zeit der Weimarer Republik,
Dusseldorf 1966; Rudi Strauch: Sir Neville Henderson. Britischer Botschafter in Berlin von
1937 bis 1939, Bonn 1959; Eberhard von Vietsch: Arnold Rechberg und das Problem der
politischen West-Orientierung Deutschlands nach dem 1.Weltkrieg, Kablenz 1958
Quellen:
Entschädigungsverfahren Adolf-Victor von Koerber, Landesverwaltungsamt
Berlin/Entschädigungsbehorde, Reg. Nr. 12969, Regierungspräsidium Düsseldorf, Amt fur
Wiedergutmachung, 2 K 2421 B, Bd. I und II; Korrespondenz mit Adolf-Victor von Koerber im
Nach-.1013 Arnold Rechberg, BA Koblenz, NL 1049/46,61, 108; Berichte an das Foreign
Office uber Adolf-Victor von Koerbers Gespräche mit dem britischen Militärattache in Berlin,
PRO, Fa 371/21668 und Fa 371/21668; Reichsschrifttumskammer: Akte Adolf-Victor von
Koerber, BA Berlin, BDC; Adjutantur des Führers und Reichskanzlers: Entlassung Adolf·Victor
von Koerbers aus der Wehrmacht, BA Berlin, NS 10/450; Korrespondenz zwischen Walter
Hammer und Adolf-Victor von Koerber, IfZ, ED 106/72; Victor v. Koerber: Erklärung, 15. März
1960, NL Joop Zwart, AS
From http://www.historicalpapers.wits.ac.za/inventory.php?iid=6804
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Adolf Victor von Koerber 1891-1969 |
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Baron Adolf von Koerber was born in 1891 on the Island of Rugen of a distinguished Prussian family. His father was a Doctor of Law and Landrat of Rugen and his mother was of an old Prussian military family. He was educated at military gymnasiums in Stettin, Potsdam and Lichterfelde. In 1909 he was appointed an ensign of cavalry and in 1910 a Lieutenant. |
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From 1910-1912 he saw service with the Danzig Black Hussars and it was during those years that he became interested in flying. In 1913 he had a year's leave during which he visited Italy, the Netherlands and Scandinavia to study art, literature and military science. His travels came to an end with the outbreak of the first World War, in which he served in the Air Force until he was invalided out in 1917. |
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After the war von Koerber went to Munich to practise the profession of journalism. His interest in political journalism was stimulated by the plight in which Germany found itself. He became correspondent for Finnish newspapers and came into contact with many political figures including Adolf Hitler. Like many young men he was captured by the ideals of the National Socialists and on 22 November 1922 joined the Nazi Party with the number 11640. He covered the Putsch of 1923 and in this year wrote a biographical sketch of Hitler. From the beginning he saw the contradiction between the high ideals of the National Socialists and their actual conduct and soon became disenchanted with the Party. |
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In 1926 von Koerber visited France, where in conjunction with Arnold Rechberg, he worked hard for a Franco-German rapprochement. In an article of 6 May 1927 in the Berlin democratic organ "Vossische zeitung" he prophesied that Hitler was seeking a dictatorship. From 1926 he was on Hitler's black list and came under increasing threats from the Nazis. Living in Berlin, he was Chief Correspondent for the "Neues Wiener journal" but wrote for many other newspapers as well. |
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After the Putsch of 1933 his career in journalism was virtually finished and because of his ant:-Nazi feelings his house in Berlin was watched, his telephone tapped and his movements restricted. His wife travelled outside Germany on his behalf to keep in touch with those, like Father Muckermanr., who had been forced to flee the country. His support of his Jewish friends brought him further into Nazi disfavour. By 1938 he knew war was inevitable and warned the British military attache in Berlin of this. (See Documents of British Foreign Policy 1919-1939. Ed. by E.L.Woodward & R.Butler, 3rd series, vol.2, 1938, N0.595.) |
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On the outbreak of the second World War von Koerber wan forbidden to travel and had to remain on the island of Rugen. He continued his illegal activities and passed information to the British Broadcasting Corporation in London and to foreign newspapers. After the war he claimed that he helped to encourage the growing antagonism to Hitler, particularly amongst military men. He was arrested on 21 July 1944, the day after the unsuccessful plot to kill Hitler and was imprisoned in Sachsenhausen. His wife, despite her ill health, was sent to a labour camp. On 22 April 1945 he was liberated by the Russians, went to Potsdam and joined free Germany as Comrade 179. Thereupon he claimed that he was a victim of fascism and worked for the de-nazification of Germany. His private affairs were in a bad shape, his house at Hinz plundered and his house in Berlin bombed. |
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In 1946 von Koerber went to Berlin, where he was licensed as a journalist by the Information Central Board, and in 1948 he was flown out of the Eastern Section by the British and went to Baden-Baden as chief editor of the "Europaische Illustrierte". The following year he became Press Chief of the French zone of the Economic Co-operation Administration of the Marshall Aid Plan. In 1952 he went to Bonn to work for the Arbeitgemeinschaft Demokratischer Kreise. From 1958 he lived in Nice until 1968 when, disillusioned with Europe and its politics, he immigrated to South Africa, settling in Johannesburg until his death on 19 November 1969. |
Awards of Outstanding International Importance to Statesmen and Heroines
Adolf Victor von Koerber
was born on the Baltic coast at Bergen on the island of Rügen on 27 February 1891, and was educated at the Gymnasium at Stettin and at the Cadet schools at Potsdam and Gross-Lichterfelde. Commissioned into the Death’s Head Hussars, he saw service from 1912 in Zeppelins, and during the First Word War was attached to the War Ministry in Vienna. In 1916, he was appointed to the Austrian Imperial Flying Corps and saw service in the final year of the war as an Observer. His final rank was Rittmeister (Captain). Turning to political journalism after Germany’s defeat, von Koerber was drawn during the lean years of the Weimar Republic to National Socialism as a reaction to the Bolshevist threat and in the early 1920’s (is said to have) became the first publisher of the infamous Nazi mouthpiece Völkischer Beobachter, and was, in any case, on its staff. He did become author of the first anthology of Hitler speeches, in 1923. However, by the time the Nazis seized power in 1933, he had adopted a national liberal’ standpoint and was rabidly anti-Hitler’. His uncompromising views resulted in his dimissal as the European chief-correspondent of Neues Wiener Journal. He subsequently renounced his Christian name, Adolf, on account of its inescapable associations with the monster of Brannau’, as he
..
dubbed
..
the
..
Führer.
In 1934, while continuing to contribute articles illegally from his estates on Rügen, von Koerber expressed his opposition to the new regime by publicly demonstrating to a gathering of foreign diplomats that not everyone in Hitler’s National Socialist nirvana was of the same accord. Outraged by the murder of the Austrian Prime Minister Dollfuss, he arrived at the requiem celebrated for Dollfuss at St Hedwig’s Cathedral in Berlin, wearing the conspicuous black pre-Great War uniform of the Hussar Guards, complete with its distinctive Imperial Death’s Head insignia on the fur cap. The Nazis, who of course were behind the murder of Dolfuss were furious and detained him.
In August 1938, as part of the first anti-Hitler plot to be hatched by
General von Beck
,
then Chief of the German General Staff, (he is shown prominently in the recent movie Valkyrie, about the 1944 assassination plot) von Koerber arranged a meeting with Mason-Macfarlane, the British Military Attaché at the Berlin Embassy and, claiming any number of friends and acquaintances in the Army’, warned that war in September has already been decided upon by Herr Hitler and his intimate advisers’. Mason-Macfarlane was guarded in his response, but informed the Ambassador, Sir Neville Henderson, that von Koerber’s statements may be worthy of credence’. During the Second World War von Koerber was called up for service at OKW (Supreme Headquarters), where he further infuriated party members by openly refusing to resign from the Order of St John. The day after the failed attempt on Hitler’s life in July 1944, he was arrested by the Gestapo in the round-up of suspected traitors’, and, having several times escaped execution’, was finally liberated by the Russians from Sachsenhausen concentration camp, where he had been sent in January 1945 (prisoner # 122133).
In fulfillment of a vow taken in captivity he and his wife, Felicitas, whom he married in 1916, converted to Catholicism. In 1947, he reached West Germany and resumed his career as a journalist, becoming an ardent advocate of European unity. Von Koerber spent his last years in South Africa where
.
he
.
died
.
on
.
19
.
November,
.
1969.
In addition to his journalistic output, his literary efforts included two books on the air war of 1914-18, The Flying Army and Front-Line Flyers. According to his close friend, Count Henckel von Donnersmarck, von Koerber was throughout his life a great idealist, a lively and active man, an efficient cavalry officer and an imperturbable gentleman who stuck to his guns in an atmosphere of enmity towards men of his class and background.’
From the recent movie Valkyrie, about the 1944 assassination attempt on Hitler: General Beck (played by Terence Stamp) and Col. Stauffenberg (played by Tom Cruise)
who was slated for execution after the 1944 Bomb Plot failed to kill Hitler, but was liberated by the Russians from Sachsenhausen concentration camp; this after having been with Hitler from 1922-1926, e.g. in the Beer Hall Putsch, before any other Plot member.
i
x.
From Documents on British Foreign Policy 1919-1939 (Third series, vol. 2)
Lieutenant-General Sir Frank Noel Mason-Macfarlane, KCB
, DSO
, MC
(October 23
, 1889
, Cookham
- August 12
, 1953
, Twyford
) was a British
soldier
, administrator and politician who served as Governor of Gibraltar
during World War II
.
'Mason-Mac' served in World War I
, gaining the Military Cross
. He served as Britain's military attaché to Berlin
prior to World War II, proposing the assassination
of Hitler
, as well as to Hungary
, Austria
, Switzerland
and Denmark
and as Head of the British Military Mission in Moscow
1941-2. He was Governor of Gibraltar
from 31 May
1942
to 14 February
1944
, and witnessed the air crash there on July 4, 1943 which took the life of his friend Polish
Prime Minister Wladyslaw Sikorski
. He later served as Chief Commissioner of the Allied Control Commission
for Italy
in 1944, effectively head of the government.
In the 1945 general election
, Mason-Macfarlane was elected as a Labour
Member of Parliament
for Paddington North
, defeating Churchill
's close ally, Brendan Bracken
. He resigned in 1946.
His papers and correspondence are archivedat the Imperial War Museum
Department of Documents.
From http://en.wikipedia.org/wiki/Noel_Mason-Macfarlane
The monument in the center of the Sachsenhausen Memorial Site is dedicated to the political prisoners who were held there, mainly Communists and Social Democrats who opposed Hitler's Fascist regime. The political prisoners wore an identification badge which was in the shape of a red triangle.
On August 14, 1944, following the July 20, 1944 conspiracy to take over the government of Germany, Hitler ordered Reichsführer-SS Heinrich Himmler to arrest members of the Communist and Social Democrats political parties, who were former elected officials before these parties were banned by the Nazis in 1933. Hitler wanted to eliminate any possibility of another take-over attempt. On August 21, 1945, the order was expanded to include former functionaries of the Center and Bavarian People's Party. According to Information Leaflet Number 20, the arrests were based on lists of political leaders which the Gestapo had compiled before the war and which had not been updated since. This operation was code named "Operation Storm."
From
Sachsenhausen Monument honors the political prisoners who wore red triangles
More than 800 people were arrested during Operation Storm and sent to the Sachsenhausen concentration camp without a trial. The majority of these prisoners had formerly been members of the Reichstag (German Congress) or state and district parliaments, or city officials in the period prior to 1933. These arrests resulted in many complaints from the family members and the general population. Consequently, most of them were released after two to four weeks of imprisonment at Sachsenhausen, including 400 Operation Storm prisoners who were released from Sachsenhausen by the end of September 1944.
However, many of the Operation Storm prisoners remained at Sachsenhausen, where some died due to their advanced age, according to the Information Leaflet.
Political Prisoners at Sachsenhausen
(World-Class Awards to Statesmen and Heroines)
Koerber in 1945-46, wearing
Sachsenhausen inmate badge # 122133
Group contains 6 pieces of correspondence (letters to,
and carbon-copies of l
etters from) involving Koerber,
as well as 6 letters about him to and from a researcher, to and from various Orders Chancellories
1960 Letter informing Koerber of his admission into the Order of Malta, from his eventual friend, Count L. von Donnersmarck
Hitler plot 'heroes' commemorated
from http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/3908431.stm
Tuesday, 20 July, 2004, 12:18 GMT 13:18 UK
Germany's leaders have paid tribute to the plotters who attempted to assassinate Adolf Hitler 60 years ago.
At the spot where they were executed, Chancellor Gerhard Schroeder commended their bravery, while President Horst Koehler laid a wreath.
On 20 July 1944, Claus Schenk Graf von Stauffenberg planted a bomb during a meeting at Hitler's headquarters in East Prussia, which is now Poland.
The bomb, in a briefcase, exploded but Hitler survived virtually unscathed.
He was protected from the force of the blast by a conference table.
Sixty years on, Chancellor Schroeder led the tributes to the conspirators at a ceremony in Berlin.
At the army headquarters where Stauffenberg was executed by firing squad, Mr Schroeder said Germans should remember all those who stood up to the Nazis.
"Resistance against the dictatorship began in 1933, when the Nazis had seized power," he said.
"Tens of thousands of them were deported to prisons and concentration camps, driven into exile or killed."
He said the anniversary was a reminder to Germans to "defend again and again the values of freedom and tolerance that we consider so self-evident today".
Also at the ceremony was Freya von Moltke, who launched a secret resistance group with her husband in 1940, just when the Nazi march was at its peak, after the fall of Poland and France.
"At the high point of Hitler's success, that's when the circle began," said the 93-year-old widow. "I'm proud."
Trusted
The Stauffenberg plot was the one which came closest to bringing down Hitler and the Nazi regime.
The German count was trusted by Hitler and used to attend regular briefings.
But he planted the bomb in Hitler's headquarters in East Prussia, left the room and flew immediately back to Berlin, where he and co-conspirators hoped to stage a coup.
Hours after the failed assassination attempt, Stauffenberg and other army officers implicated in the plot were rounded up and executed on Hitler's orders.
The anniversary is being marked in Germany by a series of television documentaries, films and books.
The BBC's Tristana Moore in Berlin says the Stauffenberg plotters are today regarded by many Germans as heroes who tried to free Germany from the Nazi regime.
But some historians claim a great opportunity was wasted because of a series of errors and lack of planning on the part of the conspirators.
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